Berliner Morgenpost vom 15. August 01
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Die Skispringer von Bad Freienwalde

Von Lars Harnisch

Bad Freienwalde - Der Ruf «Ziiieeeh!», mit dem Skispringer wie Martin Schmitt oder Sven Hannawald angefeuert werden, könnte in Zukunft für Bad Freienwalde so selbstverständlich sein wie das «Grüß Gott» für Bayern. Denn der Wintersportverein (WSV) 1923 Bad Freienwalde hat sich vorgenommen, die Tradition des ältesten Kurortes der Mark wiederzubeleben und eine Kinder-Jugend-Schanze zu bauen.

Erst am 28. Februar dieses Jahres wiedergegründet, kann der WSV auch schon einen Superlativ vermelden. Der Verein zählt die erste Skispringerin Brandenburgs zu seiner etwa zehnköpfigen Nachwuchsgruppe. Rebekka Zache heißt die kesse Achtjährige, die im Thüringer Trainingslager ihre ersten Mattensprünge absolvierte und beachtliche fünf Meter von der kleinen Schanze sprang.

«Skispringen und Snowboarden sind meine Lieblingssportarten», erzählt die Schülerin. Ihre Mutter hatte sie beim WSV angemeldet und im Juni sprang Rebekka zum ersten Mal. «Ein bisschen Angst hatte ich schon, bin aber trotzdem gesprungen», so Rebekka, die damit schon eine der wichtigsten Eigenschaften des Skispringers besitzt - Mut.

Nun gilt Brandenburg eigentlich nicht als Mekka des Skispringens, doch gerade Bad Freienwalde besitzt eine fast vergessene Wintersporttradition. Nur noch die Reste der 1924 eingeweihten Naturschanze am Papengrund sind von der B 158 aus zu sehen. Auf dieser Schanze sprang der Norweger Birger Ruud, Olympiasieger von 1936, und begeisterte Niels Abel mit dem bis heute gültigen Schanzenrekord von 31 Metern.

In den fünfziger Jahren wurde der Anlauf erhöht, aber bereits kurz danach die Schanze aufgegeben. Pläne, die Schanze für den Breitensport wieder aufzubauen, wurden zu DDR-Zeiten nicht mehr realisiert.

«Es fehlt am Sportgerät», sagt Jörg Lüdecke, der 2. Vorsitzende des WSV. Zwar wird im Sommer vor allem Kraft- und Bewegungstraining absolviert, für die Sprünge müssen Rebekka und ihre männlichen Kollegen aber immer nach Thüringen fahren. Im Mai gingen die etwa zehn Freienwalder Kinder direkt vom ersten Training in den Wettkampf und belegten vordere Plätze. «Die Thüringer waren überrascht von der Begeisterung», sagt Lüdecke.

Auch Bundestrainer Reinhard Heß ermunterte die «Flachlandspringer» zum Weitermachen. Vorerst muss sich der Verein noch auf den Enthusiasmus seiner ehrenamtlichen Mitglieder und die Partner im thüringischen Schmiedefeld stützen.

Geplant ist der Bau einer dreiteiligen Schanzenkombination für Jugendliche. Rebekka freut sich schon drauf. Im Jahr 2006 soll das Frauenskispringen olympisch werden. Gut möglich, dass man sich dann in Bad Freienwalde mit «Ziiieeeh!» begrüßt.

Märkischer Sonntag vom 19.08.01

Bad Freienwalde. “Wir sind dabei!”: Ohne zu zögern trommelte Jörg Weckwerth seine jungen Rotkreuz-Helfer diese Woche zusammen und half Donnertsag und vorgestern, den Wildwuchs unterhalb er alten Papengrundschanze zu beseitigen. Mit von der Partie auch der CDU-Bürgerneisterkndidat Thomas Neumann. Wintersportvereins-Vorsitzender Diter Bosse griff selbst zur Säge-als Jugendlicher war er nicht nur auf der Schanze gesprungen:”Als Kinder haben wir so immer Holz machen müssen”, erinnert er sich. Dank der großen Unterstützung durch die Fachämter der Stadtverwaltung hatte es diese Woche endlich auch grünes Licht von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises gegeben. Nun steht dem Bau der Schanze aus Holzbohlen eigentlich nichts mehr im Weg. Bis aber am 13. und 14. Oktober das geplante internationale Matten-Springen über den Bakken gehen kann, werden noch viele fleißige Hände gebraucht. So etwa beim Knüpfen der Matten und dem Bau von Treppen.

 

Märkischer Sonntag vom 25.03.01

Bad Freienwalde. Am 4.April kommt “Täve” Schur nach Bad Freienwalde. Die gerade 70 Jahre “jung” gewordene Radsportlegende weilt auf Einladung des vor wenigen Wochen gegründeten Wintersportvereins “WSV 1923” in der Kurstadt und wird um 19 Uhr im Hotel “Eduardshof” aus seiner Biographie lesen.
Hotelier und Wintersportvereins-Vorsitzender Dieter Bosse hat “Täve” Schur auf dessen kürzlich stattgefundener großen Geburtstagsparty im Berliner Velodrom nach Bad Freienwalde eingeladen und “trat” bei dem Radsportler offene Türen ein: Schur nämlich hält sich in der kühleren Jahreszeit auch schon mal auf Skiern fit. Und er unterstützt die Vorhaben des ( von manchen) belächelten Wintersportvereins, der der einstigen Schanze neues Leben einhauchen und an die frühere Bedeutung Bad Freienwaldes als Wintersportort anknüpfen möchte.

 

MOZ vom 11.09.01

Bad Freienwalde: Das Ziel steht: Am 13. Oktober soll das erste Ski-Springen mit internationaler Beteiligung auf der Papengrundschanze im Jahn-Stadion Bad Fereienwalde stattfinden. Dass das Ziel gehalten werden kann, daran arbeiten die Mitglieder des Wintersportvereins WSV 1923 mit großem Eifer. Dank der beispielhaften Zusammenarbeit mit Unternehmen der Stadt, wie erst dieser Tage mit der Firma Gottlieb Tesch,werden auch noch so schwierige Hürden genommen. So konnte mit Hilfe eines Baggers (mit einem 10-Meter-Ausleger) das Bodenprofil für den Schanzenanlauf und -absprung einschließlich Schanzentisch geschaffen sowie Zuschauerpodeste angelegt werden. Am vorigen Freitag machten sich Landrat Jürgen Reinking und SPD-Bundestagsabgeordnete Petra Bierwirth vor Ort ein Bild vom Geschehen.

Märkischer Sonntag 09.09.2001

Bad Freienwalde. Nur wenige Monate nach seiner Gründung isr der Bad Freienwalder Wintersportverein mit gut vierzig Mitgliedern bereits der größte in Brandenburg. Keine Kunst in Brandeburg inmitten all der “Flachlandtiroler”, mag man sagen. Aber die sichtbaren Leistungen des WSV 1923 beim Wiederaufbau der Papengrundschanze und der Vorbereitung eines internationalen springens im Oktober sind zweifelsohne bemerkenswert
In dieser Woche informierte Vereinsvorsitzender Dieter Bosse auf der Mitgliederversammlung über den Stand der Dinge. Knackpunkt für den Oktober-Termin war ein Spezialbagger - nur der konnte die notwendien Profilveränderungen am Hang bewerkstelligen.
Dank des Engagements der Gotlieb Tesch GmbH rückte das “Ungetüm” am Donnerstag Abend an und legte vorgestern los. Auch die Betonschwellen für den Schanzenunterbau sind am Freitag eingetroffen; den Ablaufhang sponsert eine Holzfirma. “Wir erfahren eine riesige Unterstützung von Untrnehmen aus der Region, aber auch dem Barnim”, freut sich Dieter Bosse. Nicht zuletzt engagiert sich die Sparkassen-Stiftzung mit einer beträchtlichen Summe; vom Kreissportbunf gibt es große logistische Unterstützung.. Soll doch bald schon eine Geschäftsstelle und ein Trainingsbetrieb aufgebaut werden. Die Thüringer Wintersportler um Jörg Brömel und Werner Leipold haben hierfür schon Unterstützung in Form der benötigten Ausrüstungen signalisiert. und in einem Schaufenster eines der leerstehenden Geschäfte im Freienwalder Zentrum soll künftig ganz aktuell über die Arbeit des WSV informiert werden.
“Bedanken möchte ich mich auf diesem Wege auch ganz besonders bei den ABMern, die uns in dieser Woche tatkräftig geholfen haben”, betont Dieter Bosse.

 

Märkischer Sonntag 23.09.2001

Ski-Kinder trainieren wieder in Thüringen
Bad Freienwalde:
“Vom Kurbad der Könige zum Eldorado für Skihasen” titelte kürzlich der Berliner Kurier. Anlass für den Artikel ist natürlich der Schanzenbau und das für Mitte Oktober geplante Skispringen. In dieser Woche holte Vereinschef Dieter Bosse mit Günther Lüdecke Matten und Keramikspuren aus Thüringen ab; am Wochenende trainieren unsere Ski-Kinder wieder in Schmiedefeld.
Einzig das noch nicht ganz fertiggestellte Profil für den Aufsprunghang drückt den Wintersportverein.” Wir suchen dringend noch Fahrzeuge, die Erde zum Schanzenbauplatz transportieren können”, bittet Dieter Bosse. Und nur wenn die Erde rechtzeitig vot Ort ist, kann der geplante Termin gehalten werden.
Wer helfen kann und möchte, meldet sich bitte bei Dieter Bosse unter 03344/4130

Märkischer Sonntag 30.09.2001

Bad Freienwalde: Seit Freitag kann der Wintersportvereins-chef Dieter Bosse im wahrsten Sinne des Wortes auf Holz klopfen: Konnte doch vorgestern endlich der langersehnte Aufbau des Anlaufes für die künftige Schanze beginnen. Jetzt fehlen eigentlich “nur” noch die Keramikspuren und die Stahlgitter, auf die dann die Matten geflochten werden.
Zwar sei man durch das regnerische Wetter mit der Bauerei arg in Verzug gekommen.Auf jeden Fall soll aber wie geplant am 14.Oktober gesprungen werden, versicherte Dieter Bosse. Allerdings erst einmal mit einem Trainingspringen; der ursprünglich für diesen Termin ins Auge gefasste Wettkampf mit zumindest deutschlandweiter Beteiligung wird dann am
4.November stattfinden.
Neben dem Bauverzug hat die Terminverschiebung noch einen anderen Hintergrund: “Unsere Kinder müssen auch auf der heimischen Schanze trainieren können”, betont der Wintersportvereins-Vorsitzende, damit sie beim Wettampf nicht verheizt werden.” Schließlich soll die Begeisterung der Nachwuchsspringer an den für die neuzeitlichen Freienwalder noch ein wenig ungewohnten Sport erhalten werden.
Wenn alles klappt, ist dem erst wenige Monate alten Verein das Kunststück gelungen, mit viel Überzeugungskraft und so gut wie keinem Geld eine Attraktion für Bad Freienwalde zu schaffen. Vor allem ist das dem eigennützigen Engagement vieler Firmen und Bürger zu verdanken.

 

Berliner Kurier 15.09.01

Vom Badeort der Könige zum Eldorado für Skihasen
1683 war es, da entdeckte der pfiffige Apotheker Johann Gensichen die
heilende Wirkung der Quellen im heutigen Brunnental von Bad Freienwalde. Das wiederum kam dem gichtkranken Großen Kurfürsten (1620-1688) zu Ohren. Er machte sich in den märkischen Ort auf und ordnete 1684 den Bau des ersten Kurbades an. Auch die Könige Friedrich I. in Preußen
(1657-1713), Friedrich II. (1712-1786), Friedrich Wilhelm II. (1744-1797) und seine Frau Friederike
Luise (1751-1805) fanden Gefallen an dem Städtchen und schmückten es mit prächtigen Häusern und Villen.
An diese königlichen Glanzzeiten will Bad Freienwal-de anknüpfen. Viele Gebäude in der Stadtmitte und an der 2,1 Kilometer langen Kurmeile strahlen bereits hell und freundlich. Restauriert wird auch das ehemalige königliche Logierhaus (Landhaus), das im Mai 2002 als Kurmittelhaus eröffnet werden soll.
Doch nicht nur die Architektur überrascht in Brandenburgs ältester Kurstadt, sondern vor allem die bergige Landschaft. Wolfgang Schulze von der
Tourist-Information spricht nur zu gern von der Barnimer Gletscherwelt, dessen höchster Berg mit "1580 Dezimetern" der Semmelberg ist. Diese "Gletscherwelt" - sie soll Bad Freienwalde sogar zu einem Mekka des Wintersports machen! Eine verrückte Idee? Keineswegs! Bereits in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts zogen die Berge Tausende Sportbegeisterte an. Sie kamen zum Rodeln, Eislaufen, Skilaufen. Für Furore sorgte vor allem das Skispringen. Selbst Birger Ruud, der norwegische Olympiasieger von 1936, war 1929 von der Schanze am Papenberg gesprungen, von der noch heute Reste stehen. Und so haben die 41 Mitglieder des Wintersportvereins "WSV 1923" kräftig Anlauf genommen, um an diese Tradition anzuknüpfen. Eine neue Mattenschanze ist im Bau und soll am 14. Oktober mit einem großen Fest und vielen Sprüngen eingeweiht werden. Sommerrodelbahn, Großschanze, Loipen und Abfahrtspiste sollen folgen. "Wir wollen das nördlichste Wintersportgebiet Deutschlands werden", schwärmt Dieter Bosse vom "WSV 1923" und träumt sogar vom Sommerweltcup in Bad Freienwalde.
Infos: www. wsv1923. de.

Märkischer Sonntag - 07.Oktober 01

Schanze wird am 14.Oktober mit Trainingsspringen eingeweiht
Bad Freienwalde:
Trotz so mancher auch unverhoffter Schwierigkeiten: Der Wintersportverein hält am Termin
14. Oktober fest. Am kommenden Sonntag soll die völlig neu gestaltete Papengrundschanze mit einem Trainingsspringen eingeweiht werden; am 4. November soll dann sogar die 1. Brandenburgische Landesmeisterschaft über den Bakken gehen. Am Vorabend dieses für Stadt und Region wichtigen Ereignisses plant der Wintersportverein einen Ball.
Besonders für`s Mattenknüpfen, das für Mittwoch geplant ist, werden viele fleißige Hände benötigt. Helfer melden sich bitte unter 0171/8227836

 

“Märkische Oderzeitung“ - Ausgabe Bad Freienwalde, 28. September 2001

Kurstadt richtet 1. Ski-Landesmeisterschaft des Landes aus
Schanzen-Einweihung auf 4. November verschoben

Bad Freienwalde Das Vorhaben des Wintersportvereins 1923 gewinnt an Profil – im wahrsten Sinne des Wortes. Die Konturen der Natzurschanze am Papengrund sind deutlich erkennbar. Dennoch muss der WSV auf die für den 13. Oktober geplante Einweihung verschieben, und zwar auf den
4. November. Am ersten Sonntag im November wird die 1. Brandenburgische Landesjugendmeisterschaft im Skispringen über den Bakken gehen. Damit wäre dann der Grundstein für das hochfliegende Ziel des Freienwalder Vereins gelegt, zum nördlichsten Wintersportgebiet Deutschlands aufzusteigen.

„Wegen des schlechten Wetters, vor allem des Regens in den vergangenen Wochen haben sich die Erdarbeiten verzögert“, erklärte Vereinsvorsitzender Dieter Bosse auf Anfrage der MOZ. Deshalb habe man den Termin der Einweihung verlegen müssen. Schließlich sollen die Kinder und Jugendlichen aus Bad Freienwalde und Umgebung vor dem ersten offiziellen Springen auch noch Gelegengheit zum Training haben. So habe man sich nach Rücksprache mit dem Wintersportverein Schmiedefeld, der die Bad Freienwalder tatkräftig unterstützt, sowie mit dem Landesskiverband Brandenburg entschlossen, am Wochenende 13./14. Oktober ein Übungsspringen anzusetzen, das für die Veranstaltung den Charakter einer Generalprobe trägt, und die offizielle Einweihung mit den Landesemeisterschaften auf den
4. November zu legen.
Nach dem derzeitigen Stand müsste dies zu schaffen sein. Beschäftigte des VFBQ sind derzeit voll am Wirken. Dank der Unterstützung zahlreicher Firmen konnte das jüngste Transportproblem gelöst werden. Die Erde ist an Ort und Stelle. Jetzt wird das Profil für die K-10-Schanze erstellt. Das für die K-20-Schanze sei bereits fertig. Heute wolle ein Zimmerer-Betrieb aus Eberswalde anfangen, den Schanzenanlauf, den Tisch sowie die Absperrungen zu präparieren. Dies passiere – wie eigentlich alles – in Sponsorenleistung. Dann werde die Keramikspur verlegt, die Mattenm seien zu knüpfen... „In der ersten Oktober-Woche soll die Schanze, die Zweierkombination stehen“, sind sich Bosse und der Joachmimsthaler Günther Lüdecke, Vorstandsmitglied, einig. Die behördlichen Hürden müssten eigentlich genommen sein.
Mit dem Übungsspringen und der Landesmeisterschaft soll dann auch das kontinuierliche Training für den begeisterten Skisport-Nachwuchs der Region starten. „Wir wollen eine Gruppe mit etwa 50 Kindern aufbauen“, so Lüdecke. Gespräche mit potentiellen Übungsleitern laufen bereits. Denn dies sei ja das eigentliche Ziel des Projektes: Kindern und Jugendlichen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung geben, das Sportangebot um eine Neuheit zu bereichern. Bad Freienwalde biete als Ort mit langer Wintersporttradition dazu ideale Bedingungen. Kinder (8 bis 12 Jahre), die Interesse am Springen haben, können sich bei Dieter Bosse (Tel. 03344/41 30) melden.
“Anfangs wurden wir ja von vielen belächelt – zum Teil auch in Thürinmgen. Jetzt aber belächelt uns niemand mehr. Jetzt nimmt man uns ernst.“ Immerhin ist oberhalb des Jahn-Stadions schon einiges zu sehen. Wenn alles fertig ist, stehe dort ein Wert von rund 500 000 Mark, machte Bosse die Dimensionen deutlich. „Aber ohne das Engagement und die Begeisterung all der Firmen und der Bürger wäre dies nicht möglich gewesen.“

Weitere Infos im Internet unter www.wsv1923.de

 

„Märkischer Sonntag“ – 14. Oktober 2001

Trainingsspringen musste auf den 21. Oktober verschoben werden

Vor dem Wettkampf wird ein Ball gefeiert

Bad Freienwalde
. Eigentlich sollte es ja schon heute ein erstes Traingsspringen an der Mattenschanze oberhalb des Jahnstadions geben: doch leider mussten die Wintersportvereins-Mitglieder gestern auf die vielen Nachfragen von Spaziergängern, Kurgästen und Kurparkläufern den Kopf schütteln.
Die Zeit hat leider am Ende doch nicht ganz gereicht – knöchelhoher Schlamm zeigte auch gestern, wie der Regen der letzten Zeit dem Schanzengelände zugesetzt hat.
Auf jeden Fall aber soll der Termin 4. November gehalten werden: Dann nämlich soll der lange geplante Vergleichswettkampf mit jungen Skispringern aus Thüringen (und vielleicht auch darüber hinaus) stattfinden.
Am Vorabend des Wettkampfes, der zugleich die allererste Brandenburgische Landesmeisterschaft sein wird, gibt der Wintersportverein im Hotel Eduardshof einen Ball. Dazu werden nicht nur prominente Gäste erwartet; vor allem sollen vielen freiwilligen Helfern, Firmen und Sponsoren gedankt werden, die den Traum von einer Mattenschanze in Bad Freienwalde (fast) schon Realität haben werden lassen. Wie zum Beispiel das Altranfter Teppichhaus Oderland, das gestern die gesponserten Teppiche anlieferte oder auch die Mitarbeiter des Kreissportbundes, die am Mittwoch zur Schippe gegriffen haben.
Letzte Hand musste (im Sinne des Wortes) in dieser Woche auch am Aufsprunghang angelegt werden. Nur in Handarbeit bekam das Profil den letzten Schliff. Doch auch hier war es vor allem der Regen, der die Arbeit immer wieder stoppen ließ.
Doch endlich war es gestern Nachmittag soweit: Die Matten konnten auf die zuvor verlegten Stahlgitter geknüpft werden, was ebenfalls nur mit vielen fleißigen Fingern funktionierte.
Gestern Abend besuchte auch Jörg Brömel vom Partner-Skiverein in Schmiedefeld die Freienwalder Wintersportler. Ohne die Thüringer Sportfreunde wäre das Projekt nie über die Phase einer „verrückten“ Idee hinaus gekomen.
Langsam aber sicher interessieren sich auch überregionale Medien für die Freienwalder Schanze. Der ORB hat bereits gedreht; SAT 1 will eine größere Geschichte bringen.
Wenn nichts mehr dazwischen kommt, soll am kommenden Sonntag der erste Trainingssprung über den Bakken gehen.

Weitere Informationen gibt es auch im Internet unter www.wsv1923.de

 

Märkische Oderzeitung – Ausgabe Bad Freinewalde, 18. Oktober 2001

Matten werden in echter Handarbeit geknüpft
Feuerwehr Bad Freienwalde sorgt für Licht an der Naturschanzenanlage / Sportlerball am 3. November

Von Viola Petersson

Bad Freienwalde Nein, ein Flutlichtspringen ist nicht geplant. Die Lichtanlage, die die Kameraden der Feuerwehr am Dienstagabend aufgebaut haben, soll „lediglich“ dafür sorgen, dass die Enthusiasten abends länger arbeiten können. Und das ist auch nötig. Denn bis zur 1. brandenburgischen Landesmeisterschaft sind es nur noch zwei Wochen.

Ingo Wiedmann und Thomas Zache knüppern, was das Zeug hält. Das Verlegen der Matten ist scheinbar eine Sysyphusarbeit. „Aber ohne geht’s nun mal nicht“, wissen die beidenVäter. „Und ich will hier springen“, setzte der elfjährige Stefan Wiedmann sofort hinzu. Und deshalb hat er am Dienstagabend auch selbst mit Hand angelegt. Der kleine Kurstädter kann das erste Trainingsspringen kaum erwarten. „Ich war schon zweimal mit in Thüringen, einmal war ich 6. und einmal sogar 3.“, berichtete Stefan stolz. Da sei er von einer K-9- und einer K-17-Schanze gesprungen. In Bad Freienwalde wolle er sich auf die K 20 wagen: „Hundertpro!“
Derweil haben Bernd Schmidt und René Erdmann, zwei Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Bad Freienwalde für Licht gesorgt. Der vier Meter hohe Lichtmast stand. Die Scheinwerfer (mit einer Leistung von 2000 Watt) ließen die Naturschanzen-Anlage im Papengrund erstrahlen. Für die Blauröcke war es eine Selbstverständlichkeit, dem Wintersportverein 1923 (WSV) auf diese Weise zu helfen. „Und sollte wir den Lichtmast für einen Einsatz brauchen, dann – so ist es abgesprochen – stellt ihn der Verein umgehend zur Verfügung, sagt der stellvertretende Wehrleiter Bernd Schmidt.
WSV-Vorsitzender Dieter Bosse bedankt sich für die spontane Unterstützung. Da den Organisatoren die Zeit im Nacken sitzt, sei es in der Tat wichtig, abends länger arbeiten zu können. Verstärkung erhalte das Aufbauteam demnächst auch vom Kreissportbund MOL. „Wir werden am Freitag noch mal nach Thüringen fahren, um die restlichen Matten abzuholen. Parallel wird hier die Keramikspur installiert“, umriss Bosse die nächsten Schritte. Und wenn alles klappt, dann wolle man am Sonntag, 21. Oktober, die ersten Probe-Springer über den Bakken der K 10 gehen lassen.
Vor der offiziellen Einweihung der Naturschanzen-Anlage, der Zweier-Kombination am Rande des Jahn-Stadions, am 4. November, werde es selbstverständlich eine Abnahme durch die Ski-Förderation geben, versicherte Bosse.
Zugleich bereitet der Verein mit Hochdruck den 1. Sportlerball vor, der am Vorabend der Landesmeisterschat im Hotel „Eduardshof“ steigen soll. Unter dem Motto „Sportler, Bürger, Politieker treffen sich im nördlichsten Wintersportgebiet Deutschlands“ lädt der WSBV am 3. November ab 20 uhr zu Gesprächen und zum Tanz mit den „Flamingos“ aus Tschechien ein. Als prominenter Gast wird u.a. der ehemalige Trainer von Jens Weißflog, Joachim Winterlich, erwartet. Karten für den Sportlerball können ab sofort unter Tel. 03344/41 30 bestellt werden.

 

“Märkischer Sonntag“ – Ausgabe Bad Freienwalde, 28. Oktober 2001
Jung gesprungen ist halb gewonnen

Am 4. November trifft sich Deutschlands Skinachwuchs in Bad Freienwalde

Bad Freienwalde
. Noch war am Freitag bei dem sechsjährigen Georg Michel der Respekt vor der Schanze größer, als die Lust am Skispringen. Gemeinsam mit seinem Bruder Albert war er am Freitag zum ersten mal beim Skitraining dabei – die von Günter und Jens Lüdecke trainierte Gruppe wächst ständig. So sind auch die elfjährigen Zwillinge Maria und Elisa Gronau mit von der Partie. Nach einem ersten Training am Mittwoch sprangen die vorgestern schon furchtlos von der kleinen der beiden Schanzen am Jahn-Stadion.
Das Training dient natürlich in erster Linie der Vorbereitung auf die Landesmeisterschaften in der Nordischen Kombination am kommenden Sonntag. Ein solches Ereignis für Kinder der Altersgruppe acht bis zwölf Jahre wird erstmals im Land Brandenburg ausgetragen. Als offene Veranstaltung nehmen auch junge Springer aus Skihochburgen Deutschlands und Tschechiens teil. Über hundert Teilnehmer werden erwartet. Höhepunkt am Vorabend der auch deutschlandweit beachteten Großveranstaltung ist der Ball des Wintersportvereins im Eduardshof. Unter dem Motto „Bürger, Sportler und Politiker treffen sich im nördlichsten Wintersportgebiet Deutschlands“ ist jeder herzlich eingeladen (weitere Informationen und Karten gibt es unter der Telefonnummer 03344 – 4130).
Gestern haben sich die Mitglieder des Wintersportvereins schon mal „warm gelaufen“ für den 4. November: Beim OBI-Herbstfest haben sie echt Thüringer Bratwürstchen verkauft und Bier gezapft.
Die Skispringer trainieren mittwochs und freitags ab 14 Uhr. Am 3. November beginnt das Training für alle ab 12 Uhr. Die Landesmeisterschaften am 4. November beginnen um 9 Uhr. Bitte beachten Sie, dass Parkmöglichkeiten nur in der Waldstadt bestehen!

 

“Märkischer Sonntag“ – Gesamtausgabe, Sportteil, 28. Oktober 2001

Bad Freienwalde . Nicht nur Wanderer, auch Reporter aus ganz Deutschland, reiben sich derzeit in Bad Freienwalde verwundert die Augen: Nur knapp 50 Kilometer vor den Toren der Hauptstadt hat ein erst im Februar gegründeter Wintersportverein in nur drei Monaten zwei moderne Mattenschanzen gebaut. Dank großer Unterstützung Thüringer Wintersportler, einheimischer Firmen, Sponsoren wie der Sparkasse und dem Engagement der Vereinsmitglieder kann nach dem gelungenen Probespringen am vergangenen Sonntag in einer Woche die 1. Brandenburgische Landesmeisterschaft in der Nordischen Konbination über die Bakken gehen. Schon jetzt haben mehr als 100 junge Skiflieger aus Deutschland und Tschechien gemeldet.
Der junge Freienwalder Verein mit seinem Vorsitzenden Dieter Bosse an der Spitze hat bereits eigene Talente herangezogen: Rebekka Zache und Stefan Wiedmann bekamen in diesem Sommer beim ersten Training von Buindestrainer Hess Zuspruch (siehe Foto).
Der Bad Freienwalder Wintersportverein kann auf eine Tradition, die bis in die 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts reicht, zurückblicken. Am Vorabend der Landesmeisterschaften feiert der Verein einen Ball unter dem Motto: „Bürger, Sportler und Politiker treffen sich im nördlichsten Wintersportgebiet Deutschlands“.
Informationen unter 03344 / 4130 und im Internet:
www.wsv1923.de, Parkplätze gibt es in Bad Freienwalde Waldstadt, der Weg ist ausgeschildert.

 

“Märkische Oderzeitung“ – Ausgabe Bad Freienwalde, 27./28. Oktober 2001

Die Furchtlosen vom Papengrund
Training auf der Freienwalder Schanze begann

Bad Freienwalde In den vergangenen Tagen hat sich der Papengrund beinahe zu einem Wallfahrtsort entwickelt. Vor allem an denWochenenden pilgern die Bad Freienwalder und Touristen – fast schon in Scharen – an die aus zwei Mattenschanzen bestehende Naturanlage. Jetzt, da das Training auf dem kleinen Bakken, der K 10, begonnen hat, macht das Zuschauen natürlich noch mehr Spaß.
Gestern allerdings waren die Steppkes, die angehenden Adler, beim Üben unter sich. Lediglich zwei kleine Zaungäste, die Gebrüder Michel, hatten sich eingestellt.Mit ein wenig Skepsis beobachteten Albert und Georg das Trockentraining.
Jens Lüdecke, früher selbst aktiver Skispringer, übt mit Stefan,, Elisa und Maria immer wieder den Absprung. Der 29-jährige Student stemmt die Kleinen hoch. Unzählige Male. Bis er selbst beinahe außer Atem ist. Dann ist die Landetechnik dran. Lüdecke zeigt den Telemark. Der Nachwuchs macht’s nach. Dann endlich geht’s auf die Schanze. Den Ski haben die Kleinen längst hochgetragen. Furcht scheinen die Jungs und Mädchen nicht zu kennen. Ganz selbstverständlich schnallen sie die Geräte an, brimgen sich in Position. „Nein, Angst habe ich nicht“, meint die elfjährige Maria Gronau aus Schiffmühle. Schließlich sei sie schon am Mitwoch gesprungen. Beim allerersten Sprung sei sie zwar gestürzt – „aber hinter der weißen Linie“, wie die Fünftklässlerin betonte. Und am 4. November, bei der ersten offenen Landesmeisterschaft, wolle sie natürlch auch starten. Ebenso wie ihre Zwillingsschwester Elisa. Wer von beiden besser abschneidet, das spiele nicht so sehr die Rolle. „Es ist einfach schön.“ Derweil hatten auch Albert und Georg Mut gefasst. Günther Lüdecke verpasste den Brüdern eine Ausrüstung. Und los ging’s. Erst mal ganz vorsichtig – den Aufsprunghang runterrutschen.
Während der Nachwuchs für die Skisprung-Meisterschaften am 4. November trainierte (gut 60 Anmeldungen sollen schon vorliegen), wurde an der großen Schanze noch gearbeiet. Ansonsten aber stehen die Zeichen auf Start. Das Projekt des Wintersportvereins WSV 1923 ist in der Spur.
 

„Berliner Zeitung“ – 27. Oktober 2001

Gleiten auf Keramik in Bad Freienwalde
Was soll der „Wintersportverein 1923 Bad Freienwalde e.V.“ denn auch machen? Reichlich Schnee ist reichlich selten in Brandenburg und ende Oktober noch viel seltener. Also hat der Klub zwei künstliche Schanzen gebaut mit Keramikspuren und Matten zum Draufspringen. Dem „WSV 12923 Bad Freienwalde“ war das immerhin rund eine halbe Million Mark wert. Am 4. November finden hier allen Ernstes die 1. Offenen Landesmeisterschaften in der Nordischen Kombination, Skisprung undf Crosslauf, der Altersklassen 8 bis 12 Jahre statt.

 

Märkischer Sonntag - 28.10.01

Am 4.November:Skispringen vor den Toren Berlins
Alte Traditionen und junge Skitalente
Bad Freienwalde (MäSo) Nicht nur Wanderer, auch Reporter aus ganz Deutschland reiben sich derzeit in Bad Freienwalde verwundert die Augen: Nur knapp 50 Kilometer vor den Toren der Hauptstadt hat ein erst im Februar gegründeter Wintersportverein in nur drei Monaten zwei moderne Mattenschanzen gebaut. Dank großer Unterstützung Thüringer Wintersportler, einheimischer Firmen,Sponsoren wie der Sparkasse und dem Engagement der Vereinsmitglieder kann nach dem gelungenen Probespringen am vergangenen Sonntag in einer Woche die 1. Landesmeisterschaft in der Nordischen Kombination für Jungen und Mädchen im Alter von 8 bis 12 Jahren über den Bakken gehen. Schon jetzt haben mehr als 100 jungen Skiflieger aus Deutschland und Tschechien gemeldet.
Der junge Freienwalder Verein mit seinem Vorsitzenden Dieter Bosse an der Spitze hat bereits eigene Talente herangezogen: Rebekka Zache und Stefan Wiedmann bekamen in diesem Sommer beim ersten Training in Thüringen von Bundestrainer Reinhard Hess Zuspruch.
Der Bad Freienwalder Wintersportverein kann auf eine Tradition, die bis in die 20er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts, reicht, zurückblicken. Am Vorabend der Landesmeisterschaften feiert der Verein einen Ball unter dem Motto:”Bürger, Sportler und Politiker treffen sich im nördlichsten Wintersportgebiet Deutschlands”.
Informationen unter 03344/4130 und im Internet:
www.wsv1923.de., Parkplätze gibt es in Bad Freienwaldes Waldstadt;der Weg ist ausgeschildert