Märkische Oderzeitung
Montag, 22. Februar 2010 (08:15)
Winterspaß bei strahlendem Sonnenschein

Bad Freienwalde (hei) "Was wollen wir mehr. Wir haben reichlich Schnee, die Sonne scheint. Ich glaube, der Wintersportverein und die Stadt stehen heute unter einem guten Stern", freute sich Bürgermeister Ralf Lehmann angesichts des Kaiserwetters. Das Stadtoberhaupt war am Sonntagmittag mit seiner Frau Doris zum nunmehr neunten Märkischen Wintersporttag in die Sparkassen-Skiarena gekommen. Und mit ihm zahlreiche Besucher aus Bad Freienwalde und Umgebung.
Wie das Trio aus Falkenberg - Peter Hölperl (65), Karl-Heinz Nowak (56) und Eckhard Horn (56). Die Männer waren allerdings nicht mit dem Auto oder der Bahn in die Stadt gekommen. Die drei hatten sich Skier untergeschnallt und die Strecke von Falkenberg an die Schanzen sportlich zurückgelegt. Da schmeckte die frische Bratwurst am Stand des WSV 1923 gleich noch mal so gut. Bei guten Witterungsbedingungen treffen sie sich ein- bis zweimal in der Woche, erzählte Peter Hölperl. Und sogar in den Winterurlaub fahren sie gemeinsam. Nach Klingenthal. Schließlich stammt Hölperl aus Thüringen.
Echte Wintersportatmosphäre wie in Thüringen herrschte aber auch an den Papengrundschanzen. Im Auslauf konnten sich die Großen und vor allem die Kleinen im Rodeln messen. Ganz mutig zeigte sich der kleine Friedrich. Der Fünfjährige stand das erste Mal auf Skiern. Und das mit Bravour. Zwar musste Papa Peter Glaetzner noch ein wenig Hilfe leisten, doch fürs erste Mal klappte das schon ganz toll. "Wir testen bestimmt auch noch die 10er-Schanze", meinte der stolze Papa. Zusammen mit seiner Frau Anja und seiner Tochter Friederike genoss die Familie aus Bad Freienwalde das Flair im Papengrund.
Der WSV hatte für reichlich Unterhaltung und sportlichen Spaß gesorgt. Vorsitzender Dieter Bosse führte interessierte Gäste auf Skier durch den verschneiten Winterwald gen Baasee. Wer es lieber ruhiger und die Winteridylle sitzend genießen wollte, der konnte sich eine Fahrt im Pferdeschlitten gönnen. Dafür konnte der Wintersportverein Bernd Schumacher vom Reit- und Fahrverein Altglietzen gewinnen. Für die Kinder gab es Zielballwurf und Glücksraddrehen. Jedermann war eingeladen, sich auf den Schanzen zu versuchen. Und wer immer auf dem aktuellen Stand der Olympischen Spiele in Vancouver sein wollte, der konnte die Wettkämpfe auf einem riesigen Fernseher verfolgen.
Für gute Stimmung legte sich nicht nur der Spielmannszug aus Oderberg mächtig ins Zeug, sondern auch Entertainer Carl von Breydin. Er bedankte sich vor allem bei den jungen Leuten vom DRK, die "nicht ihren Diskorausch ausschlafen müssen, sondern uns hier wie immer tatkräftig unterstützen". Unter anderem mit einem leckeren Kesselgulasch, der genau wie die Thüringer Rostbratwürstchen reißenden Absatz fand.
Nach sportlicher Anstrengung durfte dann gefeiert werden - in après-Ski-Laune wie in den Alpen.
Montag, 22. Februar 2010 (08:15)

 

elisaNationaltrainer zeigt Interesse

Bad Freienwalde (sg) Nach ihrem erfolgreichen Abschneiden bei den Deutschen Meisterschaften in Garmisch-Partenkirchen (Bayern) vergangene Woche hat Elisa Gronau nun eine Einladung für den zweiten Kader der deutschen Damennationalmannschaft erhalten.

Die 19-Jährige Eberswalderin vom Wintersportverein (WSV) 1923 Bad Freienwalde war von der Weite her auf Platz vier gesprungen, durch Fehler bei der Landung jedoch auf Platz sieben abgerutscht. Auf der 80 Meter-Schanze in Garmisch erzielte sie nach einem Sturz bei der Probe 73 Meter im ersten und 75,5 Meter beim zweiten Sprung. Ulrike Gräßler aus Klingenthal, hatte sich den Meistertitel mit 79 Meter ersprungen. Der Schanzenrekord liegt bei 91 Meter.

"Das ist ein sehr, sehr guter Erfolg", freut sich WSV-Trainer Tobias Ostermann. Elisa Gronau sei nun seit einem Jahr an der Sportschule in Klingenthal und habe deutliche Fortschritte gemacht. Wenn sie sich so weiterentwickelt, könnte sie sogar in die Nationalmannschaft aufsteigen. Sie werde in Klingenthal von Henry Glass, einem ehemaligen DDR-Nationalspringer, trainiert. Auch Vereinsvorsitzender Dieter Bosse ist ganz aus dem Häuschen. Elisa Gronau zeige, dass der Verein auf dem richtigen Weg sei.

Elisa Gronau gilt als äußerst talentierte Springerin, da sie erst im Alter von elf Jahren mit diesem Sport begann. "Dies ist relativ spät, denn eigentlich fangen Kinder schon mit sechs Jahren an", so Tobias Ostermann. Sie war die erste von drei Springern des WSV, die die Sportschule in Klingenthal besuchten. Vergangenes Jahr folgte ihr der Hohensaatener Sören Manthey. Die dritte im Bunde ist die zwölfjährige Leonie Kindl, die vom regionalen Stromversorger finanziell unterstützt wird.
Montag, 20. Juli 2009 (20:23)
 

MOZ, Dienstag, 05. Mai 2009

Neuer kommt mit ehrgeizigen Zielen

Von Heike Stachowiak

Mit Skispringen hatte seine erste Amtshandlung wenig zu tun. Tobias Ostermann musste am Montag Scherben zusammenfegen. Vandalen hatten übers Wochenende weitere Fensterscheiben in der Turnhalle KT 60 eingeschlagen. Die Splitter waren großflächig in der Turnhalle verstreut, so dass vor dem Trainingsbeginn des Bad Freienwalder Skisprungnachwuchses erst einmal kräftig der Besen geschwungen werden musste. Doch Tobias Ostermann nahm es sportlich. Zusammen mit WSV-Chef Dieter Bosse und dem künftigen Co-Trainer Karl-Heinz Hähnel, sorgte der 36-Jährige für einen reibungslosen Start.

Ein Neuanfang - sowohl für die Kinder und Jugendlichen des WSV 1923 als auch für Tobias Ostermann, der die Nachfolge von Sven Koch am 1. Mai offiziell angetreten hat. Koch hat den Nachwuchs in den letzten vier Jahren geformt und mit Sören Manthey und Elisa Gronau auch zwei Adler aus Bad Freienwalde an den Olympiastützpunkt nach Klingenthal delegieren können. Jetzt ist es an Tobias Ostermann, weitere folgen zu lassen.

Bisher war der 36-Jährige Landestrainer in Sachsen-Anhalt, zeichnete dort für zehn Kinder und Jugendliche verantwortlich und betreute im Deutschland-Pokal erfolgreich Springer des Wernigeroder Skiclubs. Über den Deutschen Skiverband und auch über Sven Koch selbst sei er auf die frei werdende Trainerstelle in Brandenburg, in Bad Freienwalde aufmerksam geworden, erzählt der "Neue". Er freue sich auf die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.

Noch ist es nicht all zu lange her, als er selbst aktiv auf den Brettern stand. 2007 wurde er in Hinterzarten auf der 60er- und der 90-Meter-Schanze Seniorenweltmeister. Ab 30 Jahre zähle man im Skisport eben schon zum alten Eisen, lacht der aufgeschlossene Anhaltiner, dessen Wurzeln in Wippra liegen. Auch die Bad Freienwalder 66-Meter-Schanze hat er bereits getestet. Vor einem Monat. 73 Meter sei er gesprungen. Der Schanzenrekord liegt bei 73,5 Metern. Allerdings sei er gestürzt und habe sich dabei am Knie verletzt. Solche Verletzungen sind nicht selten im Skispringen. Doch seine Schützlinge, um die er sich fortan mit all seinem Engagement und Wissen einsetzen will, möchte er weitestgehend davor bewahren.

"Unser kurzfristiges Ziel wird es sein, die Kinder für den Deutschen Schülercup vorzubereiten. Der geht von Ende Oktober, Anfang November und zieht sich bis Ende März", steckt der Trainer eine erste Etappe ab. Und wichtig sei ihm, weiteren Nachwuchs zu gewinnen sowie die Kontakte nach Eisenhüttenstadt, wo es ebenfalls eine Schanze gibt, zu reaktivieren.

Am Montag verschaffte sich Tobias Ostermann zunächst einen Überblick und lernte die Kinder und Jugendlichen kennen. Ein Teil von ihnen ist nicht viel älter als er damals war, als er mit dem Skispringen begann. Da war er sechs Jahre alt, erzählt Ostermann. Und eigentlich sollte er mit zwölf Jahren zur Sportschule nach Oberhof delegiert werden. "Doch das klappte dann aus politischen Gründen nicht." Sein Ding habe er doch gemacht. Dreimal wurde er beispielsweise Regionalsieger in der NWD-Fünf-Schanzen-Tournee.

Ähnliche Erfolge wünscht er sich für den Bad Freienwalder Nachwuchs. Deshalb ist er froh, mit Karl-Heinz Hähnel in Kürze auch einen Co-Trainer zur Seite gestellt zu bekommen. Hähnel ist nur noch wenige Wochen als Sportwart für Sprung und Nordische Kombination beim Skiverband Sachsen-Anhalt tätig. Dann wird er für die Bad Freienwalder Adler aufgehen und seine mehr als 36-jährige Erfahrung weitergeben. Erfahrungen, die einem Andreas Wank vom WSV Oberhof in das Weltcupteam geholfen haben.

Bis zunächst 2014, ein Olympia-Zyklus, wird Tobias Ostermann den Nachwuchs in Bad Freienwalde trainieren. Bis dahin wolle er drei bis fünf Springer bzw. Springerinnen an den Olympiastützpunkt nach Klingenthal delegiert haben und vielleicht einen der Sportler unter die Top-Ten im Schülercup bringen, nennt der 36-Jährige seine ehrgeizigen Ziele. Konkreter könne er werden, wenn er die Jungs und Mädchen kennengelernt und sie springen gesehen habe und wisse, wer von ihnen zu den stärksten gehöre.

An die Tradition, ein Sommertrainingslager am Werbellinsee durchzuführen, wolle er anknüpfen. Dazu werde es ein Elterngespräch geben. Dabei wolle sich Ostermann auch vorstellen.

Und der Sachsen-Anhaltiner meint es ernst. Seit Montag hat er offiziell seinen Wohnsitz in Bad Freienwalde. So wird er ausreichend Zeit haben, sich um die hiesigen Springer zu kümmern. Auf eines kann er aber gut und gern verzichten - Spuren von Zerstörungswut zu beseitigen. Wie am Montag. Die Zeit braucht er für seine Arbeit - das intensive Training mit dem WSV-Nachwuchs.

 

MOZ, Samstag, 12. Juli 2008

Letzte Holzteile an der Schanze befestigt

Von Steffen Göttmann

Bad Freienwalde (MOZ) Wie ein Stützkorsett umrahmt das Gerüst den Turm der Skisprungschanze in Bad Freienwalde. Am Freitag wurden die letzten großen Balken für den Absprung verankert. Der Eröffnung am 23. August steht aus gegenwärtiger Sicht nichts mehr im Wege.

"Der Kran wird am Montag bereits abgerückt sein", sagte Günter Lüdecke, Eventmanager des Wintersportvereins (WSV) 1923 Bad Freienwalde. Kommende Woche werde die Anlaufspur aus Keramik geliefert und montiert. Um Kosten zu sparen, packen die Vereinsmitglieder mit an. Ferner werde die Seiten des Schanzenauslaufs mit Planken versehen.

"Wir hoffen, dass wir die Sprungschanze an sich bis zum 24. Juli beendet haben", erklärte Günter Lüdecke. Danach müssen aber noch die Wasserleitungen für den Anlauf verlegt werden. Das System sei so konstruiert, dass in bestimmten Abständen ein kleiner Wasserstrahl die Keramikspur benässt, so dass die Oberfläche glatt wie Eis wird. "Wir benötigten eine Spezialkonstruktion", erläuterte Lüdecke. Denn das sonst übliche Düsensystem könnte durch den märkischen Sand verstopfen. Die Keramikspur werde darüber hinaus beheizbar sein, so dass sie im Sommer und im Winter genutzt werden kann. Sie muss daher nicht vom Eis befreit und beschneit werden.

In den kommenden drei Wochen sollen außerdem die Zisternen eingebaut werden, in denen sich das Wasser vom Hang sammelt. "Die sollen künftig verhindern, dass wieder Schlamm ins Stadion gespült wird", so Lüdecke. Darüber hinaus werden Bäume und allerlei Pflanzen gesetzt, um den Hang zu sichern.

Von unten her gesehen rechts am Waldrand werde in Kürze noch der Schiedsrichterturm gebaut. Er werde in Ständerbauweise errichtet und 28 Meter hoch sein. Wann der 32 Meter hohe Schanzenturm für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird, konnte der Eventmanager des WSV noch nicht sagen. "Dies hängt von der bautechnischen Abnahme ab", erklärte er.

Derzeit bastelt er noch am Veranstaltungsplan für das Eröffnungswochenende. Ziels sei es, ab dem 18. August mit dem regelmäßigen Trainingsbetrieb auf der 60-Meter-Schanze zu beginnen. "Wir haben Skispringer aus 15 Nationen eingeladen", sagte Günter Lüdecke stolz. Für Trainingslager im Vorfeld der Eröffnung hätten sich bislang 25 Österreicher und 40 Polen angemeldet.

Der Sieger des internationalen Skispringens, das nach der Eröffnungszeremonie am Sonnabend, 23. August, gestartet wird, darf sich den Pokal des brandenburgischen Ministerpräsidenten in die Vitrine stellen. Ob Matthias Platzeck den Pokal selbst überreicht, steht noch nicht fest. Auf jeden Fall habe er sein Kommen zugesagt, so Lüdecke.

Der Verein investierte 1,7 Millionen Euro, Fördermittel der EU und Sponsorengeld.